Barack Obama: This is what a hypocrite looks like (oder: Obama, der Feminismus-Heuchler)

Als Anfang des Jahres 2007 Hillary Clinton in der Öffentlichkeit als sichere kommende US-Präsidentschaftskandidatin der demokratischen Partei und aufgrund der Wechselstimmung als genauso sicherer next president galt, funkte plötzlich ein junger, ehrgeiziger Senator namens Barack Obama dazwischen. Sein Hauptvorzug: Er war unweiß. H. Clintons Hauptvorzug: Sie war die gehörnte Gattin von… äh, ich meine natürlich: Sie war eine selbstständige, moderne Frau. Nun stand Opfertypus Frau gegen Opfertypus Farbiger: Ein vermeintliches Sexismusopfer gegen ein vermeintliches Rassismusopfer. Am Ende fanden die Vorwähler Rassismus schlimmer als Sexismus und nominierten Obama. Doch wir sind uns hoffentlich alle einig, dass Opferstatus – egal ob eingebildet oder echt – kein Kriterium für eine Wahl zum presidential candidate sein darf. Allerdings gab es ein Kriterium, das für die Clinton sprach, und zwar nicht im Sinne persönlicher Konkurrenz, sondern parteiinterner Kooperation. H. Clinton ist 13 Jahre älter als Obama und war damals bereits 60. Jeder konnte sich ausrechnen: Wenn H. Clinton jetzt antritt, sind ihre Chancen auf Präsidentschaft wegen der Summe aus Wechselstimmung und Weiberkult praktisch 100%. Aber acht Jahre später wäre sie vielleicht schon zu alt, und würde anstatt modern eher modernd wirken. Obama dagegen würde im besten Präsidentenalter sein. Er würde sich zuvor unter H. Clinton in der Regierung profilieren können und hätte dann in der Summe aus Meriten und Melanin gleichfalls praktisch 100% Wahlchancen. Im Tandem in dieser Reihenfolge hätten sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für 16 Jahre demokratische Präsidentschaft sorgen können. Jetzt, im Jahre 2016, nach acht Jahren Obama, hat Hillary zwar immer noch gute Chancen, aber deutlich weniger als 2008, und vor allem konnte man damals nicht ahnen, dass wie ein Springteufel der schwache Donald Trump auftauchen würde.

 
Doch Barack Obama dachte nur an sich. Er wollte die Präsidentschaft – sofort. Er wollte in die Geschichte eingehen – vor Hillary Clinton. In vollendeter Matschomanier schnappte er ihr die Präsidentschaft vor der Nase weg. Gar nicht gedacht hat er dagegen daran, sich als Mann zurückzunehmen und einer Frau den Vortritt zu lassen. Jedoch genau dies erwartet er jetzt von allen anderen Männer nach ihm.

 
In einem jüngst von ihm für eine Frauenzeitschrift verfassten Essay titels This is what a feminist looks like schwadroniert er zunächst vom unverhofften Geschenk des kurzen Arbeitsweges im weißen Haus, der ihm mehr Zeit für seine hochbegabten und höchst humorvollen Töchter ermöglicht habe, sowie von den beachtlichen Fortschritten des Feminismus in den vergangenen Jahrzehnten, um dann zu mahnen, dass gleiche Rechte noch lange nicht zur Gleichberechtigung führen, der Schelm.

 
Da also Gleichberechtigung von Männern und Frauen nicht zu Gleichberechtigung von Männern und Frauen führt, wie Obama von 100 Millionen feministischen Betrügerinnen (incl. H. Clinton) messerscharf abgeschrieben hat, verlangt er nun von allen anderen Männern das, was er selbst sein‘ Lebtag noch nie getan hat, sich aber jetzt wohlfeil leisten kann, nachdem seine Karriere durch die Institutionen bis zum Himmel emporgeschossen ist und er demnächst auf einem Kissen aus Rednerhonoraren, die die Clintons vor Neid weiß werden lassen, sanft zur Erde zurückgleiten kann: Bescheidenheit und Rücksichtnahme. Und natürlich Hillary Clinton zu unterstützen, nur weil sie eine Frau ist – so wie er es vor acht Jahren nicht getan hat.

 
Gerissenerweise münzt er seine eigenen Fehler der Vergangenheit zur lehrhaften Erfahrung um – getreu dem Motto: Hätte ich meine Frau nicht unterdrückt, wüsste ich gar nicht, wie sehr Frauen unter Männern leiden. Aber wirklich schuld war natürlich der lange Arbeitsweg:

And the reality was that when our girls were young, I was often away from home serving in the state legislature, while also juggling my teaching responsibilities as a law professor. I can look back now and see that, while I helped out, it was usually on my schedule and on my terms. The burden disproportionately and unfairly fell on Michelle.

Noch bemerkenswerter ist allerdings sein Ansinnen, Verhaltensänderungen nicht nur von Männern zu verlangen, sondern auch von Frauen – und zwar im gleichen Maße. Frauen wie Männer seien Opfer von Stereotypen, an denen Frauen wie Männer schuld seien. Zwar sind demnach Frauen immer noch die Benachteiligten, doch schuld daran sind sie letztlich auch selber!

 
Was ist denn daran noch feministisch?

 
Nach

In fact, gender stereotypes affect all of us, regardless of our gender, gender identity, or sexual orientation.

folgen etliche Sätze, die mit We need to keep changing beginnen. Für die Interpretation, dass mit We jedesmal beide Geschlechter gemeint sind, spricht die Tatsache, dass am Ende der langen Reihe steht:

It is absolutely men’s responsibility to fight sexism too. And as spouses and partners and boyfriends, we need to work hard and be deliberate about creating truly equal relationships.

Erst hier bezieht sich We eindeutig nur auf Männer. Zuvor war es vor allem ein Appell an die Leserinnen.

 
Feminismus jedoch bedeutet: Männern die Schuld am Unglück der Frauen geben. Gibt man beiden Geschlechtern die Schuld, ist es kein Feminismus mehr. Warum tat Obama das?

 
Zum einen ist er vermutlich zu eitel, um zur schlechteren Hälfte der Menschheit gehören zu wollen. Wenn er schon nicht ohne Fehl und Tadel ist, dann sollen bitteschön alle Sünder sein.

 
Zum anderen ist er vermutlich auch zu schlau, um an die feministischen Lügen zu glauben. Sein Trick besteht nun darin, die Schuld der Frauen so selbstverständlich in sein Feminismusbekenntnis einzubauen, als wäre deren Eingeständnis seit jeher Teil desselben: Hiding in plain sight sozusagen. Hierbei handelt es sich um eine rhetorische Betrugsmethode, wie Feministinnen sie häufig gegen Männer anwenden – diesmal gegen sie selbst gerichtet: Lustig!

 
Fragen

 
Wieso begreift eigentlich keiner, dass Obama den Feministen hier nur vortäuscht? Wieso empört sich keiner darüber, dass seine feministische Unterstützung für Hillary Clinton die pure Heuchelei ist?

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