Ist ja super: Nazis und Rassisten sind gar keine Deutschen! (Oder: Undeutsch ist das neue deutsch)

Zu Zeiten des geteilten Deutschlands war es in der Springer-Presse üblich, par ordre d’Axel das Akronym DDR in Anführungsstriche zu setzen, um graphisch zu verdeutlichen, dass die DDR in Wahrheit gar keine deutsche demokratische Republik sei, sondern nur so tut, und deshalb kein Recht habe, sich so zu nennen. Dies fanden alle Linken äußerst peinlich. Nun, die DDR war auch nicht weniger demokratisch als das VKGBNI eine echte Monarchie (Alleinherrschaft) ist, aber man schreibt ja deswegen noch lange nicht Vereinigtes „Königreich“. (Die Queen hat politisch nicht mehr zu sagen als in der DDR das Volk. )

Neuerdings sprechen Multikultiideologen Deutschen, wenn sie diese für Ausländerfeinde, Nazis oder Rassisten halten, das Recht ab, sich Deutsche zu nennen. Nach der neuen deutschen Weltanschauung sind die Deutschen nämlich eine Wertegemeinschaft, die sich unter anderem dadurch auszeichnet, dass sie alles Deutsche verachtet, und in der Ausländerfeinde, Nazis oder Rassisten nichts zu suchen haben. Deutsch sein heißt demnach möglichst undeutsch sein; deshalb gelten eingewanderte Ausländer jetzt als besonders gute Deutsche.

In der Konsequenz bedeutet das, die Benennung Deutscher in Anführungszeichen zu setzen, wenn der so Bezeichnete als Ausländerfeind, Nazi oder Rassist eingestuft wird. Er ist dann eben kein echter Deutscher, auch wenn er einen rein deutschen Stammbaum hat.

So geschehen in einem Facebook-Kommentar des CDU-Politikers Frank Steffel:

Ein glatzköpfiger, muskelbepackter „Deutscher“ beleidigt einen reizenden Kellner in Berlin Heiligensee als „Scheiß Araber“ … Alle anderen „deutschen Gästen“ bleiben sitzen und schauen weg.

Was dabei übersehen wurde: Wenn Ausländerfeinde, Nazis und Rassisten keine Deutschen sind, dann waren ja Hitler und seine Millionen Anhänger auch keine Deutschen! Die Deutschen sind dann also gar nicht schuld am Nazi-Unglück! Wenn aber die Nazis keine Deutschen waren, warum soll dann das deutsche Volk noch heute für die Nazi-Verbrechen einstehen? Genau das ist es doch, was dieser CDU-Politiker macht: Er tut, weil er Deutscher ist, Buße für die rassistischen Verbrechen anderer Deutscher, indem er seine eigenen Volksgenossen an den Pranger stellt, betont aber gleichzeitig, dass sie nicht zum gleichen Volk gehören. Wo ist da die Logik?

Fazit

Wenn die Nazis keine Deutschen waren, muss Deutschland auch nicht für deren Verbrechen haften oder Wiedergutmachung leisten. Wir sollten uns also besser darauf einigen, dass Ausländerfeinde, Nazis und Rassisten genauso vollwertige Deutsche sind wie Frank Steffel. Und den peinlichen Quatsch mit den Anführungsstrichen bleiben lassen.

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