Warum das Eintreten der Antikonservativen für die Homo-Ehe pure Heuchelei ist und sie die Homo-Ehe in Wahrheit als Anti-Ehe begreifen

Vor etlichen Jahrzehnten haben die Antikonservativen beschlossen, die Ehe abzuschaffen. Schließlich trachten sie danach, alles zu zerstören, was den Konservativen kostbar und heilig ist – alles, was Konservativsein definiert. Die Ehe wurde zum Unterdrückungsinstrument des Patriarchats erklärt und außerehelicher Sex zur Selbstverständlichkeit. Letzteres bedeutete aufgrund der Antibäibipille und gefühlsechter Kondome kein Risiko mehr. So wurde erst durch den technischen Fortschritt die ehefeindliche Ideologie ermöglicht. Doch bekamen progressive Frauen nun auch ganz ungeniert uneheliche Kinder – zuvor ein absolutes Tabu.

Heute ist die Ehe für Liebespaare kein gesellschaftlicher Zwang mehr, sondern eine freiwillige Möglichkeit. Das Endziel der Antikonservativen, die staatlich legitimierte Zivilehe abzuschaffen, wurde dennoch nicht erreicht, weil diese aufgrund staatlich gewährter Privilegien für viele Paare verlockende lebenspraktische Vorteile hat. Grundsätzlich sollte man sich klar machen, dass die Ehe schon seit jeher vor allem den Zweck hatte, Verlässlichkeit und Rechtssicherheit in Liebesangelegenheiten und bei der Familienplanung zu schaffen. Wer darauf Wert legt, neigt zur Eheschließung.

Allerdings ist die Ehe in den letzten Jahrhunderten den Weg vom rein religiös begründeten, also angeblich gottgestifteten Bund zur demokratisch legitimierten rechtsstaatlichen Institution gegangen. Die ursprüngliche Kernforderung an die Eheleute, die sexuelle Treue, wurde dabei zusehends entwertet, die Ehe also aufgeweicht. Die kirchliche Eheschließung wird vom atheistischen Teil der Bevölkerung, der stetig wächst (solange keine Moslems in Massen einwandern), nur noch als Gefühlsduselei betrachtet.

Die Ehe ist also ein ordnungsstiftendes Element der Gesellschaft. Wie gesagt ist es aber das Hauptziel der Antikonservativen, die althergebrachte gesellschaftliche Ordnung zu zerstören, denn sie folgen in Wahrheit auch nur dem uralten Motto „teile (also zerstöre) und herrsche“. Das Zerstörungswerk an der Ehe ist nunmehr weitgehend zum Stillstand gekommen, weil die sexuelle Regulierung aufgehoben wurde, die Ehe also rechtlich nicht mehr sexuell bindet und damit beim antikonservativen Rumgeficke nicht mehr stört. Wenn die Antikonservativen die Ehe nicht weiter unter Beschuss nehmen, dann also nicht, weil sie irgendetwas Gutes an ihr finden, sondern weil die Ehe bereits kaputt genug ist und sie den zusätzlichen Aufwand scheuen.

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Stattdessen haben die Antikonservativen einen neuen Angriffspunkt entdeckt: Die Homosexualität. War der Gedanke, Homosexualität zu unterstützen, auch für Progressive lange Zeit eine absurde Vorstellung, kam ihnen irgendwann der Geistesblitz, dass sie die Interessen der Homosexuellen für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren könnten. Nun ist der Großteil der Konservativen ja tolerant genug, um Homosexuelle an ihrem Treiben nicht zu hindern. Die aktive Unterstützung der Homosexualität durch eine staatlich geförderte Homo-Ehe dagegen ist für Konservative ein Verrat an den eigenen Prinzipien, von denen nämlich eines die Ausschließlichkeit der Ehe zwischen Mann und Frau ist. Um den Konservativen so richtig eins auszuwischen, treten die Antikonservativen deshalb für die Homo-Ehe ein.

Die Unterstützung der Antikonservativen für die Homo-Ehe bedeutet also keineswegs eine Unterstützung der Ehe. Ihr ganzes Gefasel von Liebe und Treue ist bloß vorgetäuscht. Die Antikonservativen treten für die Homo-Ehe in Wahrheit nur deshalb ein, weil sie diese für die perfekte ANTI-EHE halten!

Man mag das nicht glauben wollen, weil man den Antikonservativen so viel Heuchelei nicht zutraut. Nunja, Antikonservative besitzen gemeinhin die Fähigkeit, sich selbst etwas vorzulügen. Vor allem über ihre eigene Vergangenheit. Man kann z.B. davon ausgehen, dass die allermeisten derjenigen, die heute behaupten, Homosexualität sei durch die Eigenschaft definiert, einen Menschen gleichen Geschlechts zu lieben, vor Jahrzehnten noch den Kopf über diese Vorstellung geschüttelt hätten, weil doch Sex und Liebe zwei verschiedene Dinge seien, die man unabhängig voneinander betrachten müsse.

Heute dagegen wird die Theorie verbreitet, dass erst die Homo-Ehe das völlige Ausleben der Homosexualität ermögliche. Und das von denselben Leuten, die der Meinung sind, dass die gemischtgeschlechtliche Ehe die freie Entfaltung der Sexualität verhindere!

Fazit

Die Antikonservativen haben schon vor Jahrzehnten den Standpunkt vertreten, dass die Ehe die freie Entfaltung der Sexualität unterdrücke. Bei der Homo-Ehe sagen sie das genaue Gegenteil: Erst diese ermögliche die freie Entfaltung der Homosexualität. Aus diesem Widerspruch folgt: Die Antikonservativen heucheln der Welt etwas vor! In Wahrheit ist die Homo-Ehe für sie keine Erweiterung der Ehe, sondern die Anti-Ehe, genauer gesagt die Anti-Konservativen-Ehe.

 

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