Der deutsche Innenminister: „Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun“ – oder: Thomas de Maizière, die Lügenfresse

Nach dem islamistischen Terroranschlag auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion sind sich Deutschlands Multikulti- und Einwanderungsideologen einig: Nicht der Islam habe ein Problem, sondern diejenigen, die meinen, der Islam habe ein Problem. Schamlos vertauschen sie Ursache und Wirkung, Täter und Opfer. Michel Friedman behauptet gar: „Die [islamkritischen] Demonstranten in Dresden verüben ebenfalls einen verbalen Anschlag auf die Pressefreiheit, indem sie demonstrativ immer wieder skandieren, in Deutschland gebe es nur noch eine Lügenpresse“. Wer also einseitige und tendenziöse Berichterstattung kritisiert, ist für Friedman ein Feind der Pressefreiheit.

Solcherlei steile Thesen waren zu befürchten. Doch hätte ich nicht gedacht, dass ausgerechnet der hornbrillig-seriöse Thomas de Maizière, aktueller Innenminister, den Vogel abschießt, indem er sich zur folgenden schwindelerregend abgehobenen Behauptung versteigt: „Terroristische Anschläge [wie der von Paris] haben nichts mit dem Islam zu tun“.

Ähem, wenn der fragliche Anschlag nichts (also null, zero, nada, niente, rien) mit dem Islam zu tun hat, bedeutet das ja, dass er auch dann stattgefunden hätte, wenn

  • Charlie Hebdo keine Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hätte
  • Michel Houellebecq mit seinem islamkritischen Roman nicht an jenem Tag auf dem Titelblatt der Zeitung erschienen wäre
  • die Täter keine Muslims wären
  • es gar keinen Islam gäbe

Ich bin mir sicher, dass Herr de Maizière daran selbst nicht glaubt, weshalb ich mir erlaube, ihn einen Lügner zu nennen.

Glauben tut er stattdessen wahrscheinlich, dass die Anschläge nichts mit dem wahren, dem guten Islam – oder was er dafür hält – zu tun haben, dass sie also auf einem falschen Verständnis des Islam beruhen. Über die Frage, was der wahre Islam wohl sei, kann man jedoch ewig streiten, weswegen ich hier erst gar nicht damit anfange. Als Islam darf aber aus gesamtgesellschaftlicher Sicht nicht nur die Kuschelversion gelten, sondern man muss alle Strömungen dazurechnen, auch die radikalsten und brutalsten. De Maizière dagegen versucht dreist, alles Negative am Islam als nicht zum Islam gehörig zu deklarieren. Wir sollen ganz blauäugig nur die positiven Aspekte beachten und den Islam durch die rosarote Hornbrille sehen. Nach derselben Logik könnte man allerdings auch behaupten, dass die Kreuzzüge nichts mit dem Christentum zu tun hätten. Oder das GULag-System mit dem Sozialismus. Oder die Finanzkrise mit dem Kapitalismus. Oder Kristin Kopfs Etymologicum mit feministischem Neusprech.

Fazit

Der Mann, der als Verteidigungsminister Deutschland noch am Hindukusch verteidigen wollte, redet jetzt als Innenminister denen nach dem Mund, die Deutschland abschaffen wollen.

 

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