Sind die Assis jetzt voll abgezircelt, ey?

Vor fast auf den Tag genau èinem Jahr schrieb ich aus gegebenem Anlass in diesem Weblog einen Kommentar, in welchem ich unter anderem absichtliche Falschschreibungen von Fremdwörtern im Duden anprangerte. Der letzte Satz darin lautet:

Und bitte den Rechtschreibduden mit seinem gefakten Assi-Deutsch gleich in die Recycel-Tonne schmeißen.

Dieser Satz enthält zur Demonstration gleich drei dieser Falschschreibweisen. Nun achte man auf zwei davon: Aus Asi, der Kurzform von Asozialer, hat der Duden Assi gemacht, was aber homographisch ist mit Assi, der Kurzform von Assistent. Und aus Recyclen hat der Duden Recyceln gemacht, ungeachtet der Regel, dass das zweite c in diesem Wort zwar als [k] zu sprechen ist, wenn ein l darauf folgt, aber als [s] (englisch) bzw. [ts] (deutsch), wenn ein e darauf folgt. In beiden Fällen passt also die regelgemäße Aussprache der Duden-Schreibweise nicht zur korrekten Aussprache des Wortes. Auch die Schemakonstanz (Prinzip der Stammschreibung), die durch die Rechtschreibreform aufgewertet werden sollte, wird hier wieder zerstört. Die Duden-Redaktion hat die Schreibweisen trotzdem aufgenommen, weil es sich dabei angeblich um im Volk übliche Schreibweisen handelt und die Redaktion sich offenbar auf den Standpunkt stellt, dass bei Fremdwörtern Rechtschreibregeln nicht bindend seien. Anstatt dem Volk die korrekte Schreibung nahezubringen, hat der Duden vom Volk die falsche übernommen. Die Gründe für diese Verhaltensweise lege ich an anderer Stelle dar. Aber soviel ist auch ohne weiteres Hintergrundwissen leicht einzusehen: Solches Streuen von Chaos hat Folgen und wird sich rächen.

Rezykliert den Duden

Zum Beispiel in einem SPON-Artikel, den ich jetzt las. Er behandelt die weltbewegende Frage, ob Cindy aus Marzahn die neue Wetten dass..?-Assistentin wird. Während ich also las und noch abwog, was vorzuziehen ist: eine optisch ansprechende Assistentin, die aber peinliche Grammatikfehler hinlegt, oder eine optisch abstoßende Assistentin, die aber jeden peinlichen Gast rhetorisch auf die Matte legt, stieß ich auf folgende Wortform: abgezircelt.

Nun sollte man eigentlich von SPON-Autoren erwarten können, zu wissen, dass die richtige Schreibweise der Wortform abgezirkelt heißt. Ein Tippfehler ist auch unwahrscheinlich, da k und c auf der Tastatur nicht dicht nebeneinander liegen. Wie konnte es trotzdem zu der falschen Schreibweise kommen?

Da fiel mir auf, dass die Endsilbe -celt sich in dieser Schreibweise auch in der Form recycelt wiederfindet. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass hier eine Interferenz aufgetreten ist. Der SPON-Autor hatte brav gelernt, dass man statt recyclen jetzt wider die Logik recyceln schreibt (wobei zwar beide Schreibweisen im Duden stehen, aber ausgerechnet die falsche vom Duden „empfohlen“ wird). Er musste also in seinem Gehirn einen logischen Gedächtnisinhalt unterdrücken und durch einen unlogischen ersetzen. Meine These ist nun, dass bei ihm sozusagen versehentlich die falsche Stelle im Sprachzentrum überschrieben wurde, nämlich eine auf einer höheren logischen Hierarchiestufe liegende. Statt lediglich diejenigen „Speicherzellen“ zu löschen und neuzufüllen, die die Schreibweise des einen Wortes recyclen enthalten, wurden „Speicherzellen“ geändert, die gleich eine ganze Regel enthalten, nämlich diejenige, dass ein gesprochenes [k] vor einem hellen Vokal als k (oder in manchen Fremdwörtern als qu), aber niemals als c geschrieben wird. Diese Regel wurde nun überlagert durch eine Regel, die besagt, dass in Fremdwörtern, die auf -[kəl](+Flexionsmorphem) enden, -cel- geschrieben wird. Man könnte letztere Regel auch als Zusatzregel betrachten, die die erstere immer dann verdrängt, wenn es um Fremdwörter mit dem genannten Merkmal geht. Immerhin birgt diese neue Regelhaftigkeit wieder eine gewisse Logik in sich. Man nennt dieses Phänomen, aus der Struktur von Fremdwörtern nichtvorhandene Aussprache- oder Schreibregeln abzuleiten und auf andere Wörter fälschlicherweise anzuwenden, übrigens Hyperkorrektur.

Was sagt uns das?

Das Sprachzentrum des menschlichen Gehirns kann und will nicht beliebig viele Ausnahmen und Einzelfälle speichern. Es liegt auf der Hand, dass Grammatik im Wesentlichen auf Regeln basiert, die ganze Gruppen von Wörtern betreffen. Ausnahmen und Einzelfälle sind zwar unvermeidlich und auch von der Natur vorgesehen (dazu an anderer Stelle mehr), aber nur in einem gewissen, gesunden Maße. Wenn dieses Maß überstiegen wird, kapituliert das Sprachzentrum. Zu einer Überforderung des Sprachzentrums kann es aber nur dann kommen, wenn die Regeln und Einzelbestimmungen der Sprache an einem Ort festgelegt werden, der mehr Speicherkapazität hat als ein einzelnes menschliches Gehirn – wie z.B. ein Wörterbuch. Auch die Rechtschreibung muss einer Regelhaftigkeit folgen, die möglichst analog zur Phonologie der zu schreibenden Sprache sein sollte. Die Tendenz des Rechtschreibdudens, bei Fremdwörtern mehr und mehr unlogische Einzelfälle aufzunehmen, führt dazu, dass die Gehirne der einzelnen Schreiber nicht mehr hinterherkommen. Sie tun dann das, worauf die Natur sie programmiert hat: Sie fassen Gruppen von Einzelfällen zu neuen Regeln zusammen, die die Einzelfälle nicht mehr exakt, sondern nur noch näherungsweise abbilden, aber immerhin wieder etwas mehr Regelhaftigkeit in die Materie bringen. Dies geschieht auch auf Kosten alter Regeln: Das Hinzufügen einer neuen Regel kann sich auf die Gültigkeit einer alten Regel einschränkend auswirken.

Ich unterstelle dem SPON-Autor nicht, dass er immer die falsche Regel anwendet. Möglicherweise hatte er einfach nur einen schlechten Tag und war unkonzentriert, wofür auch der Lapsus spricht, dass er in seinem Artikel Markus Lanz Schwiegermutter-Charme attestierte, obwohl es natürlich Schwiegersohn-Charme heißen muss. Vielleicht hatte er auch kurz vorher ein Glas Miracel Whip (englischer Originalname: Miracle Whip) in der Hand gehabt. Aber gerade in unkonzentrierten Momenten, wenn man sich nicht völlig in der Gewalt hat, treten tieferliegende Denkmuster zutage.

Und noch etwas könnte theoretisch eine Rolle gespielt haben: Abzirkeln und Recyclen enthalten beide in ihrer Stammsilbe dieselbe Grundbedeutung Kreis. Dieses Wissen kann man bei einem SPON-Auto wohl voraussetzen. Vielleicht hat sein Gehirn ja, ohne dass es ihm bewusst wurde, von der semantischen Ähnlichkeit auf eine orthographische Ähnlichkeit geschlossen. Das ist allerdings reine Spekulation.

Alle Probleme und Unsicherheiten bezüglich der Schreibweise von Recyclen ließen sich übrigens mit einem Schlage aus der Welt schaffen, wenn man dieses altsprachliche (nicht englische!) Fremdwort endlich so behandelte, wie es in der deutschen Sprache seit etlichen Jahrhunderten mit solchen Wörtern eigentlich üblich ist: Man passt die lateinische Schreibweise nach bestimmten Regeln an die deutsche Rechtschreibung an und fügt hinter dem Verbstamm die Silbe -ier- hinzu. Heraus kommt: Rezyklieren! (Steht sogar im Duden.)

Nicht jeder Assi ist ein Asi

Ein paar Zeilen weiter unten im SPON-Artikel kam dann noch eine weitere Stelle, die die geistige Kurzsichtigkeit der Duden-Redaktion offenbart:

Es geht in diesem Artikel um eine Dame, die eine Asoziale verkörpert, die als Assistentin arbeiten soll. Nun hat der Autor sich erlaubt, die Darstellerin als schrille Asi-Komikerin zu bezeichnen. Laut Duden hätte er schreiben müssen Assi-Komikerin. (Hier lässt der Duden Asi als Alternative nicht zu.) Was in diesem Artikel vollkommen missverständlich wäre. Wer jemals behauptet hat, dass die Frage, ob mit Assi die Kurzform von Assistent oder aber von Asozialer gemeint ist, immer durch den Zusammenhang beantwortet wird, sodass Kritik an der Homographie nur übertriebene Nörgelei ist, muss an dieser Stelle eingestehen, dass die Realität ihn widerlegt hat. Ich weiß nicht, ob der Autor die Duden-Schreibweise vielleicht gar nicht kannte und Asi einfach logisch abgeleitet hat. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er sie nur aus Unkenntnis allein nicht übernommen hat.

Jedenfalls ist hiermit der Beweis erbracht, dass die Duden-Schreibweise nicht nur idiotisch ist, sondern auch praxisuntauglich. Und zudem zu nervigen Diskussionen führt. Muss man sich so etwas bieten lassen???

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Rechtschreibung abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten zu Sind die Assis jetzt voll abgezircelt, ey?

  1. M-D schreibt:

    Dass mit Duden nicht alles im Argen liegt merke, ich auch schon seit einiger Zeit.

  2. Sanduhr schreibt:

    Ich weiss ja nicht, warum ‚recyceln‘ falscher sein soll als ‚recyclen‘.

    Die Aussage „… dass ein gesprochenes [k] vor einem hellen Vokal als k (oder in manchen Fremdwörtern als qu), aber niemals als c geschrieben wird.“ stimmt übrigens nicht ganz. Gegenbeispiele aus dem Englischen: celtic und sceptical.

    Der Hauptpunkt ist aber: Es gibt im Deutschen kein Verb, bei dem nach einem hart gesprochenen Vokal wie k, t, p, b, g oder d die Endung -len folgt. Sämtliche Verben auf -len haben davor einen Vokal, ein l oder ein h (heilen, füllen, fühlen).

    Die 3. Person Einzahl wäre dann „er recylet“. Ich kenne kein deutsches Verb mit dieser Endung in der 3. Person Einzahl (ausser natürlich in einigen Dialekten).

    Von der Aussprache her ist ‚recyclen‘ ganz klar falsch und passt überhaupt nicht ins Verbensystem. Bei ‚recyceln‘ haben wir zwar das Problem, dass ce tatsächlich fast nie als ke ausgesprochen wird. Wenn das Englische aber Ausnahmen zulässt, warum dann nicht auch das Deutsche?

    Vergleiche übrigens ‚googeln‘. ‚Googlen‘ wäre auch völlig unpassend auf Deutsch, auch wenn die Firma Google heisst.

    • re2tko2vski schreibt:

      „Ich weiss ja nicht, warum ‘recyceln’ falscher sein soll als ‘recyclen’.“

      Sprechen Sie mir nach:
      ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ.
      Und nun überlegen Sie, warum man beim Buchstabieren [tse:] und [ka:] sagt und nicht [tsa:] und [ke:]?

      Weil die fragliche Regel bereits im gesprochenen ABC angewendet wird. D.h. Grundschüler lernen sie schon implizit in der ersten Klasse. Und dann tut die Duden-Redaktion so, als gebe es sie nicht!

      „Die Aussage “… dass ein gesprochenes [k] vor einem hellen Vokal als k (oder in manchen Fremdwörtern als qu), aber niemals als c geschrieben wird.” stimmt übrigens nicht ganz. Gegenbeispiele aus dem Englischen: celtic und sceptical.“

      Bei „celtic“ stimmt es doch:

      http://en.wikipedia.org/wiki/Pronunciation_of_Celtic#Pronunciation

      (Der zweitletzte Absatz ist etwas wirr.)

      Vgl. auch „Daker“ vs. „Dacians“

      Bei „Sceptic“ haben sich die Anglophonen nicht an ihre eigenen Regeln gehalten. Aber das ficht ja die Regeln nicht an. (Vgl. „Scene“.)

      „Der Hauptpunkt ist aber: Es gibt im Deutschen kein Verb, bei dem nach einem hart gesprochenen Vokal wie k, t, p, b, g oder d die Endung -len folgt. Sämtliche Verben auf -len haben davor einen Vokal, ein l oder ein h (heilen, füllen, fühlen).“

      Es gibt übrigens im Dt. auch kein Verb, das mit „recyc“ beginnt…

      Sie sind ab hier auf dem falschen Dampfer. Es geht mir nicht um die Wortform, sondern um die Schreibweise. Wenn man die Wortform ans Deutsche angleicht, also aus [klə] ein [kəl] macht, dann rechtfertigt das keinen Regelbruch bei der Schreibweise. Und bei der Schreibweise sind sich hier Deutsch und Englisch praktischerweise einig: [kəl] wird „kel“ geschrieben und nicht „cel“.

      „Von der Aussprache her ist ‘recyclen’ ganz klar falsch und passt überhaupt nicht ins Verbensystem.“

      Kann auch nicht, da Fremdwort. Der deutsche Anteil besteht bei „recyclen“ nur aus den letzten beiden Buchstaben. Ganz regelmäßig (d.h. die Endung nach dt. Regeln, alles andere nach englischen) wäre es sogar „recycleen“.

      „Bei ‘recyceln’ haben wir zwar das Problem, dass ce tatsächlich fast nie als ke ausgesprochen wird. Wenn das Englische aber Ausnahmen zulässt, warum dann nicht auch das Deutsche?“

      Weil es stört, nervt, lästig ist und einen von sinnvolleren Beschäftigungen abhält, wenn man sich mit überflüssigen Sonderfällen herumplagen muss! Und wie kommen Sie darauf, das Englische als Rechtfertigung für eine Unregelmäßigkeit in einem Fall heranzuziehen, wo das Englische selber regelmäßig bleibt? Die Anglophonen schreiben ja schließlich nicht „to recycel“!

      Und weil es künstlich konstruiertes Herrschaftswissen ist. Wer sich an die Regeln hält, gilt auf einmal als Regelbrecher.

      Wenn die Duden-Redaktion wenigstens zugeben würde, dass es sich um eine aus ideologischen Gründen unterstützte Ausnahme handelt, dann wäre ja schon viel gewonnen. Aber nein, die Duden-Redaktion lügt und leugnet, indem sie behauptet:

      „Bei der Schreibung recyceln handelt es sich um die ans Deutsche angeglichene Form, die nach demselben Muster gebildet ist wie beispielsweise „verhakeln.“

      (http://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/recyceln-recyclen)

      Kann man dreister leugnen?

      Ich meine, selbst Rechtschreibschwache können erkennen, dass „verhakeln“ mit „k“ (!!!) geschrieben wird und nicht mit „c“! Die Duden-Redaktion versucht also, dem Publikum eine bestimmte Schreibweise als Beleg für eine ANDERE Schreibweise unterzujubeln! Und warum wurden als Beispiele nicht die viel näher liegenden „Zykel“ und „Zirkel“ verwendet? Na warum wohl? Damit der Betrug nicht allzu offensichtlich ist!

      „Vergleiche übrigens ‘googeln’. ‘Googlen’ wäre auch völlig unpassend auf Deutsch, auch wenn die Firma Google heisst.“

      Nein. Bereits „Google“ ist unpassend. Es müsste „Gugel“ heißen. Aus „Gugel“ folgt „gugeln“, aus „Google“ folgt „googlen“.

      Edit: Spitze Klammern wurden als HTML-Tägs interpretiert. (Arrgh!)

      • Sanduhr schreibt:

        Ach, lieber re2tko2vski, Sie sind einfach Ihrer Zeit voraus!

        Das Bureau und der Strike haben auch ein Weilchen gebraucht, bis sie zum Büro und zum Streik geworden sind. Vielleicht schreiben wir in 50 Jahren gugeln und riseikeln.

        Mit googlen und recyclen müsste man sich einfach mit „überflüssigen Sonderfällen herumplagen“. Es gibt halt kein deutsches Verb mit so einer Endung nach einem harten Konsonanten (hab das im ersten Beitrag dummerweise als ‚Vokal‘ bezeichnet …). Und fremdwortige Verben werden immer nach deutschen Regeln gebildet: Shoppen, scannen, clearen, traden wird alles streng deutsch gebildet und konjugiert; es sagt ja keiner nach englischer Grammatik „Du scan ein Foto. Er trades mit Aktien.“ sondern „Du scannst ein Foto. Er tradet mit Aktien.“. Dass man dabei den Wortstamm nimmt und die Endung entsprechend anpasst, ist ganz normal; darum stimme ich auch der Aussage „… aus ‚Google‘ folgt ‚googlen'“ nicht zu. Die Endung -le entsprechend den deutschen Verbbildungsregeln anzupassen, ist ganz normal.

        ‚Wenn sich diese Fremdwörter schon in die deutsche Sprache einschleichen, sollen sie sich gefälligst den deutschen Sprachregeln anpassen!‘, könnte man sagen. Ich finde es etwas komisch, dass Sie den Fremdverben hier einen Sonderstatus und Sonderregeln zugestehen wollen.

        Ich weiss, dass bei ‚celtic‘ beide Aussprachen zulässig sind. Anthony Hopkins und die Gruppe ‚Celtic Woman‘ sprechen es als ‚keltik‘ aus.

        Wir haben hier die dumme Situation, dass wir eine Regel brechen müssen. Die Regel, dass man ‚ce‘ als ’se‘ aussprechen muss oder die Regel, dass vor -len nichts anderes als ein Vokal, ein l oder ein h stehen kann — wobei es mir hier auf den Klang ankommt, nicht die Schreibweise, also eigentlich ein (gedehnter) Vokal oder ein „verstärktes“ ‚l‘ vor -len. Unsere Differenz besteht darin, welche Regel wir brechen wollen. Ich halte die klangliche Ästhetik für wichtiger, sie das Schriftbild und die genauere Orientierung am Ursprungswort (Unangepasstheit des Fremdworts).

  3. re2tko2vski schreibt:

    „Ach, lieber re2tko2vski, Sie sind einfach Ihrer Zeit voraus!

    Das Bureau und der Strike haben auch ein Weilchen gebraucht, bis sie zum Büro und zum Streik geworden sind. Vielleicht schreiben wir in 50 Jahren gugeln und riseikeln.“

    Nun hören Sie bitte freundlicherweise auf, meine Gedankenexperimente und mein eigentliches Anliegen in èinen Topf zu werfen.

    „Mit googlen und recyclen müsste man sich einfach mit “überflüssigen Sonderfällen herumplagen”. Es gibt halt kein deutsches Verb mit so einer Endung nach einem harten Konsonanten (hab das im ersten Beitrag dummerweise als ‘Vokal’ bezeichnet …). Und fremdwortige Verben werden immer nach deutschen Regeln gebildet: Shoppen, scannen, clearen, traden wird alles streng deutsch gebildet und konjugiert; es sagt ja keiner nach englischer Grammatik “Du scan ein Foto. Er trades mit Aktien.” sondern “Du scannst ein Foto. Er tradet mit Aktien.”. Dass man dabei den Wortstamm nimmt und die Endung entsprechend anpasst, ist ganz normal; darum stimme ich auch der Aussage “… aus ‘Google’ folgt ‘googlen’” nicht zu. Die Endung -le entsprechend den deutschen Verbbildungsregeln anzupassen, ist ganz normal.“

    Was sagen Sie dann zu „gedownloaded“? Nach Ihrer Theorie dürfte diese Variante nicht vorkommen, dafür aber „downgeloaden“. (Ist natürlich beides Blödsinn, aber ersteres kommt viel zu häufig vor.)

    Sie werfen hier fröhlich Stamm und Endung durcheinander. So bringt das doch nichts. Ob man z.B. „designed“ oder „designt“ schreibt, ist eine Frage der Endung. Aber ob man „recyclen“ oder „recyceln“ schreibt, ist eine Frage des Stammes. Z.B. „kugeln“ kommt von „Kugel“, nicht von „Kugle“, „regeln“ kommt von „Regel“, nicht von „Regle“ usw.

    Sie selber stellen hier Regeln auf, die es nicht gibt, leugnen aber existente Regeln. Ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich ernsthaft diskutieren wollen oder nur versuchen, mich argumentatorisch hin- und herzutreiben, bis ich genervt aufgebe. Ich probier’s aber nochmal:

    Welche Verben es nach dt. Phonologie gibt, spielt hier überhaupt keine Rolle, da wir von Fremdwörtern sprechen. Nach Ihren Maßstäben müsste man 99% aller Fremdwörter verbieten, da praktisch alle Femdwörter den dt. Lautregeln widersprechen. [kykl] ist ein griechischer Stamm, und sowohl Substantive als auch Verben werden von diesem Stamm abgeleitet, ganz egal in welcher Sprache. Der Stamm heißt nun mal [kykl] und nicht [kykəl]. Es gibt überhaupt keinen Grund, hier im Deutschen zwischen Verb und Substantiv einen Unterschied zu machen. Es gibt im Dt. bereits „rezyklieren“, weshalb „recyclen“ von vornherein völlig überflüssig ist, was aber hier nicht das Thema ist. Warum soll man nun in der englischen (!) Version des Wortes („recycle“) Laute und Buchstaben verdrehen, wenn man es in der dt. („rezyklieren“) nicht tut?

    Aber noch einmal: In meinem Artikel geht es nicht um korrekte Wortableitungen, sondern um RECHTSCHREIBUNG. Die Schreibweise „Recycel“ ist sowohl nach deutschen als auch nach englischen RS-Regeln falsch. Darum geht es mir hier, um nichts anderes.

    „‘Wenn sich diese Fremdwörter schon in die deutsche Sprache einschleichen, sollen sie sich gefälligst den deutschen Sprachregeln anpassen!’, könnte man sagen. Ich finde es etwas komisch, dass Sie den Fremdverben hier einen Sonderstatus und Sonderregeln zugestehen wollen.“

    Dieser Ihr Anspruch ist leider auch völlig naiv, denn Fremdwörter sind ja gerade dadurch definiert, dass sie den dt. Regeln nicht entsprechen. Wenn Sie ein Fremdwort so umformen, bis seine Lautung und Schreibung dt. Regeln entspricht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es von einem dt. Wort mit anderer Bedeutung nicht mehr unterscheidbar ist. Ihre Theorie funktioniert in der Praxis nicht! Das ist übrigens auch eine Kernaussage meines langen Textes über Sprachwandel.

    „Ich weiss, dass bei ‘celtic’ beide Aussprachen zulässig sind. Anthony Hopkins und die Gruppe ‘Celtic Woman’ sprechen es als ‘keltik’ aus.“

    Mag ja sein, ändert aber an der Regel nichts. Vor allem auch deshalb nicht, weil die Aussprache mit“ k“ ja gerade von einer Initiative ausging, die bewusst die Regel gebrochen (!) hat. Ich habe auch nichts gegen die Aussprache mit „k“, im Gegenteil, ich sage es auch so. Bloß wer „keltic“ sagt, soll auch „keltic“ schreiben!

    Es hat übrigens auch einen besonderen Grund, warum wir im Deutschen „Kelten“ sagen und schreiben, obwohl es nach den Regeln der Eingliederung von Wörtern aus dem Lateinischen (darunter nichtlateinische Wörter, die aus lat. Texten übernommen wurden) so abgeleitet werden müsste:

    celtae –> Celten –> Zelten.

    „Zelten“ gibt es im Dt. bereits mit völlig anderer Bedeutung!

    Man hat sich im Dt. quasi mit dem Trick gerettet, das „k“ aus der griechischen Variante des Wortes abzuleiten. Das geht im Engl. nicht, da dort auch bei griechischen Wörtern mit „k“+ hellem Vokal IMMER „c“ geschrieben und entsprechend gesprochen wird. (Im Dt. ist es unregelmäßig und manchmal sogar bedeutungsunterscheidend, vgl. „Zyniker“ vs. „Kyniker“, so etwas gibt’s im Engl. gar nicht.)

    „Wir haben hier die dumme Situation, dass wir eine [meinten Sie „eine“ oder „èine“? hihi] Regel brechen müssen. Die Regel, dass man ‘ce’ als ‘se’ aussprechen muss oder die Regel, dass vor -len nichts anderes als ein Vokal, ein l oder ein h stehen kann“

    Die zweite Regel gibt es wie gesagt nicht. Sie leiten die Regel von der Endung ab. Das ist falsch. Sie müssten sie vom Stamm ableiten, s.o., was aber nicht gelingt.

    „— wobei es mir hier auf den Klang ankommt, nicht die Schreibweise, also eigentlich ein (gedehnter) Vokal oder ein “verstärktes” ‘l’ vor -len. Unsere Differenz besteht darin, welche Regel wir brechen wollen. Ich halte die klangliche Ästhetik für wichtiger, sie das Schriftbild und die genauere Orientierung am Ursprungswort (Unangepasstheit des Fremdworts).“

    Ich will einfach nur, dass Sie nicht „recyceln“ und „zirceln“ schreiben. Wenn Sie „recykeln“ und „zirkeln“ schreiben, bin ich schon beruhigt. Ist das denn zuviel verlangt? Ich empfinde es es als Wohltat. Und weil’s so schön ist: „RECYKELN“!

    PS: Übrigens wollte ich meinen Artikel in der Zwischenzeit eigentlich ergänzen, denn ich habe gemerkt, woher das „c“ in „abzirceln“ in Wahrheit kommt:

    http://www.scilogs.de/sprachlog/circeln/

    Stefanowitsch mischt auch hier wieder an der Verblödungsfront mit!

    • Sanduhr schreibt:

      Nur damit Sie nicht meinen, nur ich sei dieser Meinung, hier ein Linguist, der sich dazu äussert:

      http://www.belleslettres.eu/artikel/googeln-oder-googlen.php

      Zu recyclen/recyceln sagt er leider nichts. Der ist übrigens (wie Sie auf der Website erkennen können) auch ein ganz spezieller Freund von Anatol S. und müsste Ihnen nur schon deshalb sympathisch sein. Wenn Sie irgendeinen Linguisten finden, der Ihre Meinung stützt, wäre ich an einem Link interessiert.

      Zu “gedownloaded” sage ich: das müsste gedownloadet oder besser downgeloadet heissen. Diese deutsch-englische Mischform konnte nur entstehen, weil die Endung -ed klanglich von der Endung -et kaum zu unterscheiden ist.

      „Sie werfen hier fröhlich Stamm und Endung durcheinander. So bringt das doch nichts. Ob man z.B. “designed” oder “designt” schreibt, ist eine Frage der Endung. Aber ob man “recyclen” oder “recyceln” schreibt, ist eine Frage des Stammes.“
      „Warum soll man nun in der englischen (!) Version des Wortes (“recycle”) Laute und Buchstaben verdrehen …“

      Der Stamm ist ‚recyc‘ mit gesprochenem k am Ende, daran kommt die Endung ‚eln‘ analog dem Stamm ‚verhak‘ mit gesprochenem k am Ende, woran die Endung ‚eln‘ kommt. Ich sehe nicht, wo ich hier was durcheinander werfe. Der Duden sieht hier offensichtlich die Aussprache des c als wichtiger an als die Tatsache, dass es ein c ist. C kommt im Deutschen sowieso nur noch in den Verbindungen ‚ch‘, ’sch‘ und ‚ck‘ vor (abgesehen von Fremdwörtern).

      „Dieser Ihr Anspruch ist leider auch völlig naiv, denn Fremdwörter sind ja gerade dadurch definiert, dass sie den dt. Regeln nicht entsprechen.“ Das ist falsch. Bei Fremdverben folgt die Grammatik (Endung) wie gezeigt den deutschen Regeln.

      „Sie selber stellen hier Regeln auf, die es nicht gibt, leugnen aber existente Regeln.“ Auch das ist falsch. Die Regel „kein -len nach hart gesprochenen Konsonanten“ ist richtig. Sie können mir kein Gegenbeispiel bringen, und das ist schon bemerkenswert, wo es doch bei Sprachen fast immer Gegenbeispiele gibt; also ist die Regel doch wohl richtig. Ich wüsste nicht, welche Regeln ICH geleugnet haben soll.

      „Nach Ihren Maßstäben müsste man 99% aller Fremdwörter verbieten, da praktisch alle Femdwörter den dt. Lautregeln widersprechen.“ Nach mir müsste man die nicht verbieten. Es geht hier um den DEUTSCHEN Teil der Fremdwörter, der den deutschen Regeln entsprechen muss. Aber SIE wollen doch recyceln verbieten, da es den dt. Lautregeln widerspricht (was ich auch gar nicht abstreite).

      „Es hat übrigens auch einen besonderen Grund, warum wir im Deutschen “Kelten” sagen und schreiben, obwohl es nach den Regeln der Eingliederung von Wörtern aus dem Lateinischen (darunter nichtlateinische Wörter, die aus lat. Texten übernommen wurden) so abgeleitet werden müsste:

      celtae –> Celten –> Zelten.

      “Zelten” gibt es im Dt. bereits mit völlig anderer Bedeutung!“

      Das kann sein – oder auch nicht. Dann dürfte es auch keine Lappen geben, gibt es aber. Das lat. cella / cellarium wurde auch zu Keller. Aber Etymologie ist ein schwieriges Gebiet, da trau ich mich nicht ran.

      „Die zweite Regel gibt es wie gesagt nicht.“
      Nur zu behaupten, es gebe die Regel nicht, reicht nicht. Bringen Sie Gegenbeispiele.

      „Sie leiten die Regel von der Endung ab. Das ist falsch. Sie müssten sie vom Stamm ableiten, s.o., was aber nicht gelingt.“ Ich weiss wirklich nicht, was Sie damit meinen.

      • re2tko2vski schreibt:

        „Nur damit Sie nicht meinen, nur ich sei dieser Meinung, hier ein Linguist, der sich dazu äussert:

        http://www.belleslettres.eu/artikel/googeln-oder-googlen.php

        OK das 28minütige Videotutorial schaue ich mir später an. Aber der Text besteht praktisch nur aus der apodiktischen Aussage „Das Verbum googeln gehört zu den Verben auf „-eln“ und schreibt sich: „googeln“.“ Soll das etwa eine linguistische Analyse sein?

        Und nun schauen Sie sich diesen himmelschreienden Widerspruch an. Erst schreibt er: “ Die Schreibung „googlen“, … ist neben anderen Gründen deshalb falsch, weil die Schreibung nicht der Aussprache entspricht.“ D.h. er fordert ein „e“ vor dem „l“, weil es angeblich gesprochen wird. Aber wenige Zeilen weiter: „ich google /gu:gl/“, also OHNE Vokal zw. [g] und [l] !!!

        Der Vokal vor dem End-[n] in „googlen“ ist ja nicht anders als bei den Verben auf „-en“. Will sagen: „-eln“ ist nur eine Verkürzung von „-elen“. D.h. aus „wandelen“ wurde „wandeln“, während man weiterhin „laufen“ schreibt und nicht zu „laufn“ verkürzt. Die grammatische Endung ist in beiden Fällen dieselbe, nur die Schreibweise ist aus historischen und ästhetischen Gründen verschieden.

        Also der BL-Beitrag ist leider hoffnungslos oberflächlich und gnadenlos schlecht!

        „Zu “gedownloaded” sage ich: das müsste gedownloadet oder besser downgeloadet heissen. Diese deutsch-englische Mischform konnte nur entstehen, weil die Endung -ed klanglich von der Endung -et kaum zu unterscheiden ist.“

        Ja, sie ist natürlich falsch. Aber viel intelligenter ist, wenn man auf „downloaden“ einfach ganz verzichtet und „herunterladen“ schreibt oder, wenn’s nach mir geht „niederladen“.

        „Der Stamm ist ‘recyc’ mit gesprochenem k am Ende, daran kommt die Endung ‘eln’ analog dem Stamm ‘verhak’ mit gesprochenem k am Ende, woran die Endung ‘eln’ kommt. Ich sehe nicht, wo ich hier was durcheinander werfe. “

        Wieso wollen Sie nicht einsehen, dass das [l] zum Stamm gehört???

        Schauen Sie doch mal hier:
        http://en.wiktionary.org/wiki/%CE%BA%CF%8D%CE%BA%CE%BB%CE%BF%CF%82

        Sie werden doch die Existenz der weltberühmten griechischen Endung -[os] nicht anzweifel(e)n?

        „Der Duden sieht hier offensichtlich die Aussprache des c als wichtiger an als die Tatsache, dass es ein c ist. “

        Im Gegenteil, der Duden schert sich eine Dreck um die Aussprache. Er betreibt wissentlich und willentlich Volksverblödung.

        „C kommt im Deutschen sowieso nur noch in den Verbindungen ‘ch’, ‘sch’ und ‘ck’ vor (abgesehen von Fremdwörtern).“

        Nein, nein, nein, das ist so oberflächlich! Die amtlichen Rechtschreibregeln betreffen nicht nur deutsche Wörter, sondern auch aus dem Lateinischen übernommene!

        Und bei denen wiederum wurde nach der 1900er Reform das „c“ vor hellem Vokal zu „z“, vor dunklem zu „k“! [kykl] ist zwar ein griechischer Stamm, gilt aber als aus dem Lateinischen übernommen. Wenn man es aber als griechisches Wort behandelt, ist das „c“ ERST RECHT fehl am Platze, da griechisches Kappa im Dt. nach den Regeln IMMER als „k“ zu schreiben ist!

        Ganz egal, ob man „recycle“ als Lateinisch, Griechisch oder Englisch interpretiert: Man landet IMMER dabei, das „recyceln“ falsch ist!

        „“Dieser Ihr Anspruch ist leider auch völlig naiv, denn Fremdwörter sind ja gerade dadurch definiert, dass sie den dt. Regeln nicht entsprechen.”

        Das ist falsch. Bei Fremdverben folgt die Grammatik (Endung) wie gezeigt den deutschen Regeln.“

        „“Sie selber stellen hier Regeln auf, die es nicht gibt, leugnen aber existente Regeln.”

        Auch das ist falsch. Die Regel “kein -len nach hart gesprochenen Konsonanten” ist richtig. Sie können mir kein Gegenbeispiel bringen, und das ist schon bemerkenswert, wo es doch bei Sprachen fast immer Gegenbeispiele gibt; also ist die Regel doch wohl richtig. Ich wüsste nicht, welche Regeln ICH geleugnet haben soll.“

        Die Regel lautet, dass es im Standarddeutschen keinen STAMM gibt, der auf Konsonant+[lə] endet. Sie aber behaupten, dass es keine ENDUNG gebe, die Konsonant+[lən] lautet. Sie weigern sich beharrlich, den Unterschied zw. Stamm und Endung anzuerkennen.

        Dass es „regeln“ heißt und nicht „reglen“, liegt nicht an der Endung, sondern am Stamm.

        Da umgekehrt der Stamm nicht „Googel“ heißt, sondern „google“, ist „googeln“ falsch.

        „“Nach Ihren Maßstäben müsste man 99% aller Fremdwörter verbieten, da praktisch alle Femdwörter den dt. Lautregeln widersprechen.” Nach mir müsste man die nicht verbieten. Es geht hier um den DEUTSCHEN Teil der Fremdwörter, der den deutschen Regeln entsprechen muss. Aber SIE wollen doch recyceln verbieten, da es den dt. Lautregeln widerspricht (was ich auch gar nicht abstreite).“

        Na sag ich doch! Wir streiten nur die ganze Zeit darüber, wo der deutsche Teil beginnt. Sie trennen fälschlicherweise so: „Goog-eln“. Ich trenne richtigerweise so: „Googl-en“ bzw „google-n“ (eigentlich „google-en“).

        „“celtae –> Celten –> Zelten.

        “Zelten” gibt es im Dt. bereits mit völlig anderer Bedeutung!“

        Das kann sein – oder auch nicht. Dann dürfte es auch keine Lappen geben, gibt es aber. “

        Bei „Lappen“ gibt es aber keine Alternativschreibweise/-aussprache.

        „Das lat. cella / cellarium wurde auch zu Keller.“

        Das liegt daran, das Keller wie auch Kaiser kein Buchwort ist, sondern Jahrhunderte früher als dem Lateinischen übernommen wurde, als man im Lateinischen noch durchweg das „c“ als [k] sprach. Letzlich ist unserer ganze Diskussion eine Folge davon, dass es in der lat. Sprache einen Lautwandel gab, der in der Schreibung nicht nachvollzogen wurde.

        „“Die zweite Regel gibt es wie gesagt nicht.”
        Nur zu behaupten, es gebe die Regel nicht, reicht nicht. Bringen Sie Gegenbeispiele.“

        Kann ich nicht wg. s.o.

        „“Sie leiten die Regel von der Endung ab. Das ist falsch. Sie müssten sie vom Stamm ableiten, s.o., was aber nicht gelingt.” “

        S.o.

        „Ich weiss wirklich nicht, was Sie damit meinen.“

        Das ist das Problem an unserer Diskussion. Sie wollen den Unterschied zw. Stamm und Endung nicht sehen. Vermutlich, weil die Duden-Redaktion Ihnen Sand in die Augen streut.

  4. Sanduhr schreibt:

    Natürlich weiss ich, was der Unterschied zwischen Stamm und Endung ist; ich weiss nicht, warum Sie das abstreiten wollen. Bei mir (und auch im BL-Video) ist der Wortstamm Goog-, was danach kommt, ist die Endung.

    „Ein Wort – eine Schreibung Die WAHRIG-Hausorthografie von A bis Z (2006)“ hat übrigens auch googeln und recyceln (ohne Nebenformen).

    Wegen Ihrem „himmelschreienden Widerspruch“ von wegen googeln – ich google: Das Verb verhält sich exakt wie segeln – ich segle. Beide werden 1:1 gleich konjugiert. Tut mir leid, aber wenn Sie das nicht sehen können, haben Sie das mit Stamm und Endung echt nicht kapiert.

    Dass Sie Belles Lettres niedermachen („Also der BL-Beitrag ist leider hoffnungslos oberflächlich und gnadenlos schlecht!“), ohne sich das Video anzuschauen, spricht auch nicht gerade für Sie. Die Analyse ist übrigens im Video, nicht im Text. Der Text ist nur ein kleines bisschen Zusatzinfo. Sie sind wie ein Buchkritiker, der sich nur das Inhaltsverzeichnis anschaut und dann einen Verriss schreibt.

    Wenn Sie ihn als Apodiktiker bezeichnen, stimme ich Ihnen übrigens zu. Nicht weniger sind aber Sie apodiktisch in all Ihren Aussagen. Ich habe kaum je einen Menschen getroffen, der so apodiktisch und vorschnell in seinem Urteil ist wie Sie.

    „… ein “e” vor dem “l”, weil es angeblich gesprochen wird“: Natürlich wird bei googeln vor dem vor dem l ein e oder ein Schwa gesprochen, sicher nicht nach dem l, wie es bei Ihrer Schreibweise der Fall sein müsste; oder sagen Sie tatsächlich guglen? Ich sage gugeln. Dann wären Sie wohl der einzige. Natürlich sagt man auch riseikeln, auf keinen Fall aber riseiklen.

    „Sie aber behaupten, dass es keine ENDUNG gebe, die Konsonant+[lən] lautet.“ Gerade das behaupte ich nicht. Ich behaupte, dass es bei einem Verb keine Endung -len gibt, wenn der Stamm auf einen hart gesprochenen Konsonanten endet. Nur -len zähle ich zur Endung, alles davor gehört zum Stamm. (Wenn ich es mir recht überlege, gehört das l wohl auch noch zum Stamm und nur -en ist die Endung. Warum Sie aber noch einen Schwa nach dem l zum Stamm nehmen wollen, verstehe ich nicht. Der gehört wenn schon vor das l.)

    „Die Regel lautet, dass es im Standarddeutschen keinen STAMM gibt, der auf Konsonant+[lə] endet.“ Damit sagen Sie doch, dass ‚google‘ und ‚recycle‘ nicht der Stamm sein können. Wenn Sie mir mit Griechisch kommen wollen, muss ich sagen, dass das für den deutschen Stamm wohl nicht so wichtig ist.

    Zur Etymologie der Wörter will ich mich nicht äussern, da kenne ich mich zuwenig aus.

    • re2tko2vski schreibt:

      „Natürlich weiss ich, was der Unterschied zwischen Stamm und Endung ist; ich weiss nicht, warum Sie das abstreiten wollen. Bei mir (und auch im BL-Video) ist der Wortstamm Goog-, was danach kommt, ist die Endung.“

      Ausgerechnet „Google“ ist ein Kunstwort ohne jede Etymologie, bei dem sich der Stamm deshalb gar nicht mit endgültiger Beweiskraft ableiten lässt. Allerdings wurde es nach den Strukturregeln englischer Wörter zusammengesetzt und nach engl. Rechtschreibung geschrieben, sodass es aussieht wie ein engl. Wort. Die Endung ist inspiriert von Wörtern wie „toggle“, „beagle“ u.ä.

      So oder so gibt es keinen logischen Grund, warum man je nach Wortart (Subst./Verb) mitten im Wort die Buchstaben verdrehen sollte, obwohl die Aussprache sich nicht ändert. Ob man beim Sprechen ein Schwa einfügt, ist nicht abhängig davon, ob man das Wort als Subst. oder als Verb verwendet, sondern von der Person. Wer „Google“ ohne Schwa spricht, spricht auch „googlen“ ohne Schwa. Hier können Sie versch. Varianten mit und ohne Schwa hören:

      http://de.forvo.com/word/google/

      (Bei manchen klingt es fast wie „Gügl“, hihi.)

      „“Ein Wort – eine Schreibung Die WAHRIG-Hausorthografie von A bis Z (2006)” hat übrigens auch googeln und recyceln (ohne Nebenformen).“

      Na und? In meinem Wahrig von 1997 steht nur „recyclen“. D.h., „recyclen“ war zuerst da!

      „Wegen Ihrem “himmelschreienden Widerspruch” von wegen googeln – ich google: Das Verb verhält sich exakt wie segeln – ich segle. Beide werden 1:1 gleich konjugiert. Tut mir leid, aber wenn Sie das nicht sehen können, haben Sie das mit Stamm und Endung echt nicht kapiert.“

      Es tut mir leid für SIE, dass Sie auf Scholtens langatmige „logische Herleitung“, warum „googeln“ NICHT (!!!) unmittelbar von „Google“ abzuleiten ist, sondern ein davon unabhängiges teutsches Verb darstellt, das deshalb nach teutschen Regeln zu konjugieren sei, hereinfallen. Bei einem Kunstwort! OMG! Und dann kommt der noch mit solchen verschrobenen Argumenten, wie dass „googlest“ im Indikativ falsch sein muss, weil es ja schon durch den Konjunktiv besetzt ist… weia! Hier verwechselt er gleiche Schreibweisen mit gleichen Aussprachen, auch das noch…

      Noch dazu konjugiert der Germanist Scholten schlicht falsch: „ich segle“ ist nach Standardgrammtik korrekt, „ich segl“ nicht. „Ich segl“ und „ich segel“ sind umgangssprachlich, aber eben nicht Standardgrammatik. „ich segl“ weicht aber noch weiter ab als „ich segel“, weil in der zweiten Silbe der Vokal ganz fehlt, während er bei „ich segel“ nur verschoben wird. Wenn Scholtens also „er googelt“ schreiben will, um den Vokal zu honorieren, ist es widersprüchlich, wenn er selbigen bei „ich google /gu:gl/“ weglässt. Erst beruft er sich auf die Standardgrammatik, dann vergisst er sie.

      „Dass Sie Belles Lettres niedermachen (“Also der BL-Beitrag ist leider hoffnungslos oberflächlich und gnadenlos schlecht!”), ohne sich das Video anzuschauen, spricht auch nicht gerade für Sie. “

      Ich habe doch extra einschränkend darauf hingewiesen, dass ich mich nur auf den Text beziehe, also haben Sie mir nichts vorzuwerfen.

      „Die Analyse ist übrigens im Video, nicht im Text. Der Text ist nur ein kleines bisschen Zusatzinfo. Sie sind wie ein Buchkritiker, der sich nur das Inhaltsverzeichnis anschaut und dann einen Verriss schreibt.“

      Nein, ich bin wie ein Buchkritiker, der auf der ersten Seite einen Riesenfehler entdeckt und dann darauf hinweist.

      “… ein “e” vor dem “l”, weil es angeblich gesprochen wird”: Natürlich wird bei googeln vor dem vor dem l ein e oder ein Schwa gesprochen, sicher nicht nach dem l, wie es bei Ihrer Schreibweise der Fall sein müsste; oder sagen Sie tatsächlich guglen? Ich sage gugeln. Dann wären Sie wohl der einzige. Natürlich sagt man auch riseikeln, auf keinen Fall aber riseiklen.“

      Ob man das „e“ mitspricht oder nicht, spielt keine Rolle. Wahrscheinlich sagen Sie auch gar nicht „gugeln“, sodern „gugln“, wie die meisten Deutschsprachigen. Warum müssen wir wieder von vorne anfangen? Ich sagte doch bereits, die regelgemäße Bildung ist: „google“+ „en“, wobei man dann èin „e“ aus ästhetischen Gründen weglässt. Wie man das ausspricht, ist eine zweite Frage. Es ist ganz normal, das Fremdwörter nicht ganz korrekt ausgesprochen werden, wenn es der dt. Zunge schwer fällt, und diese Schwierigkeit kann sich auch auf den dt. Anteil des Wortes erweitern. Im Übrigen sagt auch kaum einer „laufen, sondern „laufn“. Trotzdem schreiben wir „laufen“, weil es regelgemäß ist.

      „“Sie aber behaupten, dass es keine ENDUNG gebe, die Konsonant+[lən] lautet.” Gerade das behaupte ich nicht. Ich behaupte, dass es bei einem Verb keine Endung -len gibt, wenn der Stamm auf einen hart gesprochenen Konsonanten endet. Nur -len zähle ich zur Endung, alles davor gehört zum Stamm. (Wenn ich es mir recht überlege, gehört das l wohl auch noch zum Stamm und nur -en ist die Endung.“

      Da!!! Jetzt haben Sie’s kapiert!!!

      „Warum Sie aber noch einen Schwa nach dem l zum Stamm nehmen wollen, verstehe ich nicht. Der gehört wenn schon vor das l.)“

      Ich will bei „Google“ nicht den LAUT Schwa zum GESPROCHENEN Stamm nehmen, sondern den BUCHSTABEN „e“ zum GESCHRIEBENEN Stamm.

      Wenn Sie das jetzt auch noch kapieren, dann haben Sie’s geschafft!
      🙂

      Schuld an der Verwirrung ist die bekloppte englische Rechtschreibung.

      „“Die Regel lautet, dass es im Standarddeutschen keinen STAMM gibt, der auf Konsonant+[lə] endet.” Damit sagen Sie doch, dass ‘google’ und ‘recycle’ nicht der Stamm sein können.“

      Arrgh, es sind FREMDWÖRTER!

      „Wenn Sie mir mit Griechisch kommen wollen, muss ich sagen, dass das für den deutschen Stamm wohl nicht so wichtig ist.““

      Es ist ja kein deutscher Stamm.

      „Zur Etymologie der Wörter will ich mich nicht äussern, da kenne ich mich zuwenig aus.“

      Bescheidenheit ist eine Zier.

      So sagt man mir.

  5. Sanduhr schreibt:

    „Arrgh, es sind FREMDWÖRTER!“

    Das haben Sie wirklich nicht kapiert. Bei den Verben müssen sich auch die Fremdwörter an die deutsche Grammatik anpassen, koste es was es wolle. Ob googeln wirklich ein Fremdwort ist, bleibe dahingestellt. Es ist auf jeden Fall eine Neuschöpfung nach einem Firmennamen.

    „Ich will bei “Google” nicht den LAUT Schwa zum GESPROCHENEN Stamm nehmen, sondern den BUCHSTABEN “e” zum GESCHRIEBENEN Stamm.“

    Sie haben aber den Schwa ə geschrieben: “Die Regel lautet, dass es im Standarddeutschen keinen STAMM gibt, der auf Konsonant+[lə] endet.”. Jetzt schreiben Sie auf einmal was anderes. Sie müssen sich wirklich so ausdrücken, dass man auch weiss, was Sie meinen. Dann könnten Sie viele Missverständnisse vermeiden.

    „… die bekloppte englische Rechtschreibung“ Die ist tatsächlich bekloppt.

    „Da!!! Jetzt haben Sie’s kapiert!!!“ Wenn ich nur gewusst hätte, was Sie meinen… Nochmals, Sie müssen wirklich lernen, sich klar auszudrücken. Jeder normale Mensch hätte so etwas ähnliches geschrieben wie: „Ich denke, das ‚l‘ gehört zum Stamm, nicht zur Endung.“. Dann wäre alles klar gewesen, und Sie würden auch nicht so arrogant, überheblich und unerträglich wirken. Das ist doch nicht so schwer.

    „Wahrscheinlich sagen Sie auch gar nicht “gugeln”, sodern “gugln”, wie die meisten Deutschsprachigen.“ Doch, ich sage gugeln, oder gugəln, aber sicher nicht guglən, und ich denke, die Mehrzahl der deutschsprachigen macht das auch so. Die zweite Worthälfte wird wie segeln gesprochen; es gibt keinen Grund, das anders zu schreiben. Ich sehe auch keinen Grund, warum man das le zum Stamm nehmen sollte. Und um es deutlich zu sagen: Sie sind auch wirklich der einzige, der diese Meinung vertritt. Jedem anderen Menschen würde das zu denken geben, ausser dem Apodiktiker.

    „… warum “googeln” NICHT (!!!) unmittelbar von “Google” abzuleiten ist, sondern ein davon unabhängiges teutsches Verb darstellt, das deshalb nach teutschen Regeln zu konjugieren sei …“ Das haben Sie wirklich noch nicht kapiert: Verben werden nach teutschen Regeln konjugiert, auch wenn es Fremd- oder Kunstworte sind. Das ist doch nicht so schwer zu verstehen.

    „Nein, ich bin wie ein Buchkritiker, der auf der ersten Seite einen Riesenfehler entdeckt und dann darauf hinweist.“ Für einen Ultra-Apodiktiker ist schlichtweg alles ein Riesenfehler, was er nicht glauben will oder verstehen kann.

    „Ich habe doch extra einschränkend darauf hingewiesen, dass ich mich nur auf den Text beziehe, also haben Sie mir nichts vorzuwerfen.“ Nein, haben Sie nicht. Sie haben „Beitrag“ geschrieben und die angeblich nicht vorhandene Analyse lauthals beklagt. Das ist ganz schlechter Stil, der Ihnen nicht zum Vorteil gereicht.

    „Und dann kommt der noch mit solchen verschrobenen Argumenten, wie dass “googlest” im Indikativ falsch sein muss, weil es ja schon durch den Konjunktiv besetzt ist… weia! Hier verwechselt er gleiche Schreibweisen mit gleichen Aussprachen, auch das noch…“ Ganz ehrlich, ich glaube, dass er erheblich mehr von der Materie versteht als Sie.

    „Noch dazu konjugiert der Germanist Scholten schlicht falsch: “ich segle” ist nach Standardgrammtik korrekt, “ich segl” nicht.“ Ich wüsste nicht, wo er hier segeln konjugiert. Er schreibt auch nicht “ich googl”.

    „Und dann kommt der noch mit solchen verschrobenen Argumenten, wie dass “googlest” im Indikativ falsch sein muss, weil es ja schon durch den Konjunktiv besetzt ist …“ Auch das sagt er nirgends. Was soll das?

    Bitte erfinden Sie nicht einfach Argumente, wenn Sie keine haben.

    Tun Sie sich einen Gefallen und werfen Sie Ihre Ultra-Apodiktik über Bord und machen Sie nicht alles lächerlich, was Sie nicht verstehen oder dem Sie nicht zustimmen. Ich verstehe Anatol S. (von dem ich beileibe kein Freund bin), wenn er Sie aus dem Sprachlog kippt, so überheblich und arrogant wie Sie sich gebärden, egal, wie falsch Sie liegen. Irgendwann wird es jedem zu viel.

  6. re2tko2vski schreibt:

    „Das haben Sie wirklich nicht kapiert. Bei den Verben müssen sich auch die Fremdwörter an die deutsche Grammatik anpassen, koste es was es wolle.“

    Verben „müssen“ sich anpassen, Substantive aber nicht? Wie kommen Sie denn darauf? Bei Verben wird häufig die PARTIZIPform übernommen, womit Ihre These widerlegt ist („Student“ statt „Studierender“, „fracking“ statt „fracken“). Gelten tut Ihre These zwar für die Personalformen, doch um diese geht es hier ja gar nicht.

    Sie können also nicht ernsthaft behaupten, „Google“ müsse nicht zu „Googel“ werden, da Subst., aber „googlen“ müsse zu „googeln“ werden, da Verb. Das ist absurd.

    “ Ob googeln wirklich ein Fremdwort ist, bleibe dahingestellt. Es ist auf jeden Fall eine Neuschöpfung nach einem Firmennamen.“

    Es ist auf jeden Fall kein dt. Wort. Sonst würde man ja „gug(e)ln“ schreiben. Vgl. „Guglhupf“.

    „“Ich will bei “Google” nicht den LAUT Schwa zum GESPROCHENEN Stamm nehmen, sondern den BUCHSTABEN “e” zum GESCHRIEBENEN Stamm.”

    Sie haben aber den Schwa ə geschrieben: “Die Regel lautet, dass es im Standarddeutschen keinen STAMM gibt, der auf Konsonant+[lə] endet.”. Jetzt schreiben Sie auf einmal was anderes. “

    Wieso? Ich habe doch nicht behauptet, dass „Google“ Standarddeutsch sei.

    „Sie müssen sich wirklich so ausdrücken, dass man auch weiss, was Sie meinen. Dann könnten Sie viele Missverständnisse vermeiden.“

    Es entstehen in der Tat in solchen Diskussionen wie dieser viele Missverständnisse dadurch, dass man mit „Deutsch“ (oder Sprache X) manchmal die Sprache selbst meint, manchmal nur die Rechtschreibung. Sich diesbezüglich stets unmissverständlich auszudrücken, ist schwierig.

    „Nochmals, Sie müssen wirklich lernen, sich klar auszudrücken. “

    Ich habe mir redliche Mühe gegeben.

    „“Wahrscheinlich sagen Sie auch gar nicht “gugeln”, sodern “gugln”, wie die meisten Deutschsprachigen.” Doch, ich sage gugeln, oder gugəln, aber sicher nicht guglən, und ich denke, die Mehrzahl der deutschsprachigen macht das auch so. “

    Und Sie sagen gewiss auch nicht „laufnde“, sondern „laufende“, ja?

    Um die Aussprache zu beweisen, müssten Sie mir eine Audiodatei zuschicken, die Sie VOR unserer Diskussion aufgenommen haben.

    „Die zweite Worthälfte wird wie segeln gesprochen; es gibt keinen Grund, das anders zu schreiben. Ich sehe auch keinen Grund, warum man das le zum Stamm nehmen sollte. Und um es deutlich zu sagen: Sie sind auch wirklich der einzige, der diese Meinung vertritt. Jedem anderen Menschen würde das zu denken geben, ausser dem Apodiktiker.“

    Dann hat Scholten sein 28-minütiges Videotutorial also nur für mich ganz allein gemacht?

    „“… warum “googeln” NICHT (!!!) unmittelbar von “Google” abzuleiten ist, sondern ein davon unabhängiges teutsches Verb darstellt, das deshalb nach teutschen Regeln zu konjugieren sei …” Das haben Sie wirklich noch nicht kapiert: Verben werden nach teutschen Regeln konjugiert, auch wenn es Fremd- oder Kunstworte sind. Das ist doch nicht so schwer zu verstehen.“

    Das sind zwei verschiedene Thesen: Die Nichtableitbarkeitsthese und die Konjugationsthese.. Zur Konjugationsthese s.o.. Die Nichtableitbarkeitsthese ist abstrus.

    „“Ich habe doch extra einschränkend darauf hingewiesen, dass ich mich nur auf den Text beziehe, also haben Sie mir nichts vorzuwerfen.” Nein, haben Sie nicht. Sie haben “Beitrag” geschrieben und die angeblich nicht vorhandene Analyse lauthals beklagt. Das ist ganz schlechter Stil, der Ihnen nicht zum Vorteil gereicht.“

    Darüber will ich jetzt nicht auch noch diskutieren.

    „“Und dann kommt der noch mit solchen verschrobenen Argumenten, wie dass “googlest” im Indikativ falsch sein muss, weil es ja schon durch den Konjunktiv besetzt ist… weia! Hier verwechselt er gleiche Schreibweisen mit gleichen Aussprachen, auch das noch…” Ganz ehrlich, ich glaube, dass er erheblich mehr von der Materie versteht als Sie.“

    Natürlich hat er viel mehr Germanistikfachwissen. Umso erschütternder ist es, was er daraus macht.

    „“Noch dazu konjugiert der Germanist Scholten schlicht falsch: “ich segle” ist nach Standardgrammtik korrekt, “ich segl” nicht.” Ich wüsste nicht, wo er hier segeln konjugiert. Er schreibt auch nicht “ich googl”.“

    „Segeln“ war doch nur ein Beispiel. Bei „ich google“ hat Scholten als erste, also übliche Aussprache /gu:gl/ angegeben. Diese Form meinte ich, und sie ist nach Standardgrammatik falsch. Hier haben wir wieder ein schönes Beispiel für ein Missverständnis bez. Sprache und Schreibweise. Bei der Schreibweise „ich google“ sieht die Endung richtig aus, aber wenn man bei der Aussprache das End-Schwa weglässt, ist es eben falsche (Standard)Sprache. Je nachdem, ob man die Rechtschreibung oder die besagte Aussprache bewertet, ist es richtig oder falsch.

    „“Und dann kommt der noch mit solchen verschrobenen Argumenten, wie dass “googlest” im Indikativ falsch sein muss, weil es ja schon durch den Konjunktiv besetzt ist …” Auch das sagt er nirgends. Was soll das?

    Bitte erfinden Sie nicht einfach Argumente, wenn Sie keine haben.“

    Dann erklären Sie mir bitte, warum sonst er solch Aufhebens wegen höchst ungebräuchlicher Konjunktivformen macht.

    „Tun Sie sich einen Gefallen und werfen Sie Ihre Ultra-Apodiktik über Bord und machen Sie nicht alles lächerlich, was Sie nicht verstehen oder dem Sie nicht zustimmen. Ich verstehe Anatol S. (von dem ich beileibe kein Freund bin), wenn er Sie aus dem Sprachlog kippt, so überheblich und arrogant wie Sie sich gebärden, egal, wie falsch Sie liegen. Irgendwann wird es jedem zu viel.“

    Entschuldigung, aber ich verteidige lediglich die Grundregeln der dt. Sprache und Rechtschreibung. Noch vor 30 Jahren hätte mir wahrscheinlich jeder Linguist zugestimmt. Erinnerung: Im 1997er Wahrig steht „recyclen“, aber nicht „recyceln“. Wenn „recyceln“ den Regeln der dt. Sprache und Schreibung entspricht, warum hat das damals noch kein Experte gemerkt???????

    Und zum Schluss nochmal klipp und klar:

    Wer „googlen“ WIRKLICH für ein dt. Verb hält, schreibt „gugeln“. Solange Sie das nicht tun, nehme ich Ihnen Ihre Argumentation eh nicht ab. Es sei denn, Sie schreiben sich fortan „Zundoor“ und kämpfen für die Übernahme der engl. Orthographie für die deutsche Sprache.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s