Bastian Sick sagt bei Beckmann’s „großem Deutschtest“ die Wahrheit über den Duden

In der Beckmann-Sendung vom 13.10.2011 gab es ausnahmsweise keine Seniorenrunde, sondern eine Syntax- und Semantikrunde mit Promigästen (hier in aufsteigender Reihenfolge nach ihren Deutschkenntnissen geordnet): ein origineel hollandse lekker meisje, eine voll korrekte Spaßmaschine, ein hochkorrekter Nachrichtensprecher i.R. und endlich: Bastian Sick (sprich: [ziːk]), der „Sprachpapst“. Dazu im Hintergrund eine Auswahl von Agenten und Patienten des Schulbetriebs. Anlass war Sicks neueste Buchveröffentlichung namens Wie gut ist Ihr Deutsch?

Angesichts der Übermacht der Ahnungslosen rechnete ich mit einer mittleren Bildungskatastrophe, die dann auch eintrat. Aber èinen Moment gab es, der bei mir große Genugtuung auslöste:

Nachdem der Versuch einer Klärung der Frage, wie das korrekte Genus von Wörtern lautet, die auf –nis enden, nur Wirrnis erzeugte, wollte die deutschlandeskundlich interessierte Niederländerin wissen:

Wer entscheidet sowas?

(9:43)

Der hochkorrekte Nachrichtensprecher konnte sich da nichts Geringeres als eine Behörde vorstellen und vermutete sie in der Duden-Redaktion. Daraufhin antwortete Sick unumwunden und unbestechlich:

Die Duden-Redaktion hat ein wenig die Funktion einer solchen Instanz übernommen. Aber es ist natürlich AUCH NUR EIN KOMMERZIELLER PRIVATER VERLAG.

(10:28)

Genauso isses. Dem Duden-Verlag geht’s auch nur ums Geld, nicht um Bildung. Dort sitzen auch nur Kapitalisten. Deshalb kommen z.B. in jede neue Rechtschreibduden-Ausgabe möglichst viele Fremdwörter mit unregelmäßigen und abweichenden – falschen! – Schreibweisen und Aussprachen: Bspw. Assi statt Asi, recyceln statt recyclen, fake aber gefakt, [æː] in engl. Wörtern wird zu [ɛ]. Anschließend behauptet die Duden-Werbepropaganda, dass man diese Fremdwörter brauche, wenn man mitreden will. Und um die Fremdwörter „richtig“ schreiben und sprechen zu können, muss man sich dann wieder den neuen Duden kaufen oder auf den Duden-Internetsitus gehen, wo es von Eigenwerbung nur so wimmelt. Dass der Verzicht auf viele dieser Fremdwörter bzw. deren Schreibweisen ein besseres Deutsch bedeutet, wird einem die Duden-Redaktion nicht sagen. Objektiv betrachtet betreibt der Duden-Verlag durch die Verschlagwortung von falschen und Nichtverschlagwortung von richtigen Schreibweisen aktive Sprachverhunzung.

Die Duden-Redaktion hat keinerlei Weisungsbefugnis gegenüber dem Volk. Das hat das Volk zum großen Teil aber noch nicht mitgekriegt, da der Sachverhalt früher einmal anders war.

Deshalb hoffe ich, dass bei Bastian Sicks Bemerkung möglichst viele Menschen aufmerksam zugehört haben.

Und bitte den Rechtschreibduden mit seinem gefakten Assi-Deutsch gleich in die Recycel-Tonne schmeißen.

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Eine Antwort zu Bastian Sick sagt bei Beckmann’s „großem Deutschtest“ die Wahrheit über den Duden

  1. J. Keller schreibt:

    Nanu, „Beckmann’s“? Sehe ich da — ausgerechnet in bzw. über einem solchen Artikel — einen Deppenapostroph? Na sowas… (Das „è“ weiter unten übersehen wir mal geflissentlich…) 😉
    Ansonsten aber ein sehr interessanter — und wichtiger — Artikel!

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