Die Grünen und der politische Klimawandel

Der Klimawandel als politischer Trick der Grünen

Wenn eine politische Partei die gesamte Bevölkerung auf ihre Seite ziehen will, braucht sie ein Ziel, dem sich jeder anschließen kann. Parteien, die die Interessen nur einzelner Klassen von Wählern vertreten, können nicht überwältigende Mehrheiten erlangen.

Die Grünen begannen als eine Partei, die zunächst zum einen die Natur vor der Schädigung durch industriekapitalistische Interessen schützen wollte und zum anderen die Interessen angeblich unterdrückter Minderheiten (Ausländer, Homosexuelle) vor der tumben Volksmasse. Die Interessenvertretung des linken Lagers haben die Grünen zwar als Selbstverständlichkeit miteingeschlossen, neu war aber, dass nicht mehr wachsender Wohlstand der einfachen Arbeiter als oberstes Ziel galt – denn dieses Ziel bedeutet immer auch mehr Konsum ergo mehr Produktion ergo mehr Umweltprobleme – sondern Schutz der Umwelt vor der Konsumgesellschaft. Die Grünen vertraten deshalb eigentlich nicht die Interessen des Heeres der Arbeiter und einfachen Angestellten, die in der Stadt wohnten und denen abgesehen von der Postkartenidylle des Österreichurlaubs der Zustand der freien Natur, die sie eh nur selten zu Gesicht bekamen, recht gleichgültig war. Das Wachsen der Wälder ging den Grünen aber über das Wachsen des Wohlstandes. Von daher gesehen waren die Grünen auch keine Volkspartei.

Bis ihnen der Trick mit dem Klimawandel einfiel.

Entscheidend ist dabei, dass angesichts dieses „Problems“ nicht mehr nur einzelne Bereiche der Natur durch den Menschen gefährdet scheinen, sondern gleich der gesamte Planet. Die Umweltproblematik ist also nicht mehr lokal (was noch bedeutete, dass nur lokal Ansässige betroffen waren), sondern global. Es müssen nicht mehr nur einzelne Flüsse, Seen oder Regionen vor der Schädigung geschützt werden, sondern die gesamte Biosphäre. Dadurch ist jeder Mensch auf diesem Planeten betroffen. Und wer würde nicht zustimmen, dass die Rettung des Planeten ein Ziel ist, auf das sich alle Menschen (abgesehen von ein paar Spinnern) unabhängig von ihren sonstigen Meinungen verständigen können? Dieses Ziel eint Reiche und Arme, Progressive und Konservative, Christen, Muslims und Atheisten. Wer es ablehnt, kann nur ein böser Mensch sein.

Tatsächlich hatten die Grünen das Prinzip dieses Tricks schon vorher probiert, nämlich mit den Themen Nuklearenergie und Waldsterben, doch war dabei die Dramatik anscheinend noch nicht groß genug, um die gesamte Bevölkerung zu mobilisieren. Erst mit dem Thema Klimawandel ist es gelungen, die Bevölkerung soweit mitzunehmen, dass inzwischen alle anderen Parteien sich dem grünen Klimaziel angeschlossen haben, um zu verhindern, dass die Grünen die absolute Mehrheit erreichen. Möglich war dieser Denkumschwung übrigens nur dank der Unterstützung durch einen jahrzehntelangen Propagandafeldzug der deutschen Massenmedien, die hier wieder einmal unter Beweis gestellt haben, dass ihnen verkaufsfördernde Katastrophenschlagzeilen und ideologische Meinungsmache immer noch wichtiger sind als neutrale Berichterstattung. Doch obwohl die Klimaideologie inzwischen auch von den anderen Parteien vertreten wird, was aus Sicht des Parteierfolgs der Grünen eigentlich bedeuten müsste, dass der Schuss nach hinten losging, scheinen die Wähler zurzeit zu denken lieber gleich das Original, sodass die Grünen inzwischen auf dem Weg zur neuen Volkspartei sind. Angesichts dessen, dass das grüne Ziel nun mit oder ohne grüne Mehrheit erreicht werden kann, ist es reine Koketterie, wenn ein Daniel Cohn-Bendit sagt Wenn die Grünen fünfzisch Prozent bekämen, das wär ja schrecklisch!

Allerdings sind im Gegensatz zur ursprünglichen Umweltideologie in der Klimaideologie nicht mehr nur die bösen zigarrerauchenden Kapitalisten in den Scheffetagen der Chemiefabriken die Umweltsünder, sondern jeder Ottomotor-Normalbenzin-Verbraucher. Deshalb gilt es für die Grünen, die gesamte Gesellschaft zu verändern, nicht mehr nur, ein paar kapitalistische Übeltäter hinter Gitter zu bringen, ein paar Schutzgesetze zu erlassen und ein paar Naturreservate einzurichten.

Psychogramm der Grünen

Ich interpretiere den Ursprung der Grünen so, dass sie zunächst nicht anders als die Sozialisten hauptsächlich den bösen Kapitalisten, diesem allseits beliebten Feindbild (auch für mich übrigens), an die Krägen wollten. Allerdings nicht mehr durch Mobilisierung der Arbeiterklasse, sondern durch Schwingen der Umweltkeule. Die Grundidee war: Bei ihren Umweltsünden werden wir sie packen. Das Widersprüchliche dabei ist, dass die Umweltkeule ja auch gegen die Arbeiterklasse schlägt (wie oben erläutert). Tatsächlich ging es selbiger in den 1970er Jahren, als die Grünen sich herausbildeten, so gut wie nie zuvor (SPD-Bundesregierung!). Das Bizarre ist, dass die Grünen ein Feindbild, dass gerade dabei war, sich zu entschärfen, schnurstracks wieder aufbauten. Wieder ging es gegen die da oben in den Machtkorridoren der Wirtschaft, nur dass der Vorwurf nicht mehr in der Ausbeutung der Arbeiterklasse bestand, sondern in der Ausbeutung der Natur.

Das Wohlergehen der Bevölkerungsmehrheit ist den Grünen dagegen weitgehend egal. Sie setzen sich für Randgruppen ein, die scheinbar oder real gerade von der Mitte der Bevölkerung schief angeschaut werden. Dies tun sie aber nur, um sich als moralisch höherstehend als der Durchschnitt der Bevölkerung betrachten zu können. Sie sind keine Gutmenschen, sondern Bessermenschen. Wenn sie an einer Homosexuellenparade teilnehmen, dann nicht, um den Schwachen zu helfen (denn nur die Starken kriegen eine Parade), sondern um den Normalos, die noch das natürliche Schamgefühl besitzen, ein Dorn im Auge zu sein. Wenn sie den reichen und mächtigen Kapitalisten heute noch Umweltsünden vorwerfen, dann nicht, weil ihnen die Natur mehr wert wäre als jenen (denn die Umweltproblematik ist inzwischen jedem bewusst), sondern um jenen den Spaß zu verderben. Denn sie können nicht ausstehen, dass andere reicher und mächtiger sind als sie, weil sie sich selbst schon für die besten Menschen halten. Da sie sich der Masse überlegen fühlen, glauben sie, dass sie die Masse führen müssen. Diese Denkhaltung hat mit Demokratie nichts mehr zu tun.

Ziel der Sozialisten war immer gewesen: möglichst großer Wohlstand für möglichst viele Menschen. Sie glaubten daran, dass Arbeiter und Bauern in Verbindung mit dem technischen Fortschritt für genug Ressourcen sorgen könnten, um eine wachsende Bevölkerung zu ernähren. Verhindert wurde dies angeblich nur durch das schädliche Treiben der Kapitalisten, die alle Reichtümer für sich selbst beanspruchten, anstatt sie mit der Bevölkerungsmasse zu teilen. Die Sozialisten wollten daher die Kapitalisten enteignen und deren Reichtümer an alle Armen verteilen.

Die Grünen dagegen gehen davon aus, dass selbst bei optimaler Verteilung der Ressourcen ein Lebensstandard, wie er derzeit in den klassischen Industrieländern herrscht, nicht für die ganze Weltbevölkerung herzustellen ist, ohne dass dabei die Umwelt so sehr geschädigt wird, dass die Lebensgrundlagen von Mensch und Tier zerstört werden. Die Vermehrung des Wohlstandes wäre demnach nur kurzfristig und würde langfristig sogar zu einer Verelendung führen.

Statt an Wohlstand für alle glauben die Grünen also in Wahrheit nur an Wohlstand für Wenige. Der einzige Weg, Massenarmut zu verhindern, besteht für sie deshalb darin, schlicht die Existenz von Massen zu verhindern, d.h.: ein Schrumpfen oder zumindest Beschränken der Bevölkerungszahl anzustreben. Eine Vermehrung der Bevölkerungszahl wäre dann nur noch in dem Maße erlaubt, wie jeder einzelne Ressourcen einspart.

Die Grünen und die Journalisten

Wie ist es aber möglich, dass die Grünen auf dem Weg zur Volkspartei sind, obwohl sie Ansichten vertreten, die im krassen Gegensatz zum klassischen sozialistischen Fortschrittsglauben stehen und für die große Mehrheit der Bevölkerung eine schmerzhafte Minderung der Lebensqualität bedeuten würden? Die Antwort: Die Grünen haben  Bündnispartner – die deutschen Journalisten. Denn der typische Journalist ist gerade deshalb Journalist geworden, weil er davon überzeugt ist, die Welt besser zu verstehen als der Durchschnittsmensch, und dass er deshalb seine Weisheiten möglichst weit verbreiten muss. Grüne und Journalisten (nicht alle natürlich, aber genügend viele) sind quasi seelenverwandt: WIR besitzen die Weisheit, und IHR müsst sie fressen. Die vermeintliche  Weisheit der Grünen bot sich den Journalisten als idealer Stoff zum Verbreiten an, denn die grünen Geschichten vom Klimawandel sind einfach unheimlich eindrucksvoll, und so hat es die vierte Gewalt so weit gebracht, die dritte Gewalt (das Parlament) in viel stärkerem Maße zu kontrollieren, als es einmal von Vordenkern der Demokratie gedacht war: Die Partei mit jahrzehntelang dem geringsten Volksvertreteranteil konnte mit Hilfe der journalistischen Gehirnwäsche der Bevölkerung das politische Geschehen nach ihrem Willen formen und dabei die großen Parteien wie ein Dompteur den Elefanten in die gewünschte Richtung lenken.

*

Letztlich ist der Klimawandel für die Grünen das ideale Thema, um auf möglichst viele Menschen Macht und Einfluss auszuüben. Denn um nichts anderes geht es ihnen: Macht und Einfluss. Um genau die gleichen Ziele, die sie ihren ursprünglichen Erzfeinden, den Kapitalisten, immer vorgeworfen haben.

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